Mittwoch, 23. Mai 2018

Der Idrosee

Zwischen Iseosee und Gardasee gelegen, gehört der Idrosee zu den weniger bekannten der oberitalienischen Seen. Im Gegensatz zum Gardasee ist das Leben hier beschaulich und der See ist ein Paradies für Surfer und Angler. Ausgedehnte Wälder erstrecken sich an vielen Stellen bis an die Seeufer. Mit seinen natürlichen Schotterstränden und einer im Sommer angenehmen Wasser­temperatur von über 20°C lädt der von bis zu 1900m hohen Bergen und kleinen idyllischen Orten umrahmte See zum schwimmen ein. Die Dörfer sind klein und beschaulich; Hauptort ist – wenn überhaupt – Crone mit einigen Geschäften, Restaurants und Dienstleistungsbetrieben. Etwa auf halbem Weg zwischen Nord- und Südspitze dominiert am westlichen Ufer der Rocca d'Anfo, eine historische, venezianische Militärfestung aus dem 15. Jahrhundert (roccadanfo.eu).
Für die Anreise ist der Nachtzug München – Brescia (- Mailand) bestens geeignet. Ab Brescia geht es mit dem Bus L013 weiter nach Idro-Pieve und Ponte Caffaro. Mit dem Auto fährt man von Norden kommend auf der A7 nach Füssen, weiter über den Fernpass, Landeck, Samnaun (Tank­stopp!), Reschenpass, Stilfserjoch, Bormio, Edolo nach Breno, und ab dort über die SP345 und die SP669 nach Ponte Caffaro. Alternativ könnte man ab Mals auch über Meran, Fondo und Dimaro fahren. Wer lieber durch die Schweiz fahren möchte, wählt die Route über den Berninapass (Tank­stopp in Livigno einlegen) und dann über Tirano, Edolo, Breno etc. Weitere Reisemöglichkeiten bieten die saisonalen Autozüge nach Verona; von dort sind es noch etwa 100km zum Idrosee. Ausflugstipp: Franciacorta Outlet Village bei Brescia (ca. 60km; franciacortaoutlet.it).

Montag, 21. Mai 2018

Bad Neuenahr-Ahrweiler

Am Unterlauf der Ahr gelegen, ist der Ort durch die geschützte Lage mitten in einem Weinbau­ge­biet klimatisch begünstigt, was vor allem in den Wintermonaten spürbar wird, wenn der Rest der Eifel unter einer dichten Schneedecke liegt (bad-neuenahr-ahrweiler.de). Kurbetrieb gibt es seit 1858, das Thermalbadehaus wurde 1901 fertiggestellt. Direkt gegenüber liegen der Kurpark und die Trinkhalle. Nicht weit davon befinden sich die Ahr Thermen, ein modernes Thermalbad mit Sauna und Massageangeboten (ahr-thermen.de). Außerdem gibt es noch das Twin Hallen- und Freizeitbad. Beachtenswert sind die zahlreichen Parks entlang der Ahr, v.a. der Dahliengarten. Geistige Ge­trän­ke servieren u.a. die Cocktailbar in der Spielbank und das „Cubanja“ (cubanja-badneuenahr.de). Die Region eignet sich auch zum Einkauf von Wein und Winzersekt (dagernova.de), sowie von regional produzierten Lebensmitteln. Beliebtes Ausflugsziel ist das mittlere Ahrtal zwischen Ahr­weiler und Altenahr mit zahlreichen gemütlichen Weinorten. Einen Golfplatz findet man im Ortsteil Lohrsdorf. Unterkünfte bucht man über die Webseite ahrtal.de (Gästebeitrag € 2.50). Im Hauptort Bad Neuenahr gibt es mehrere WLAN-Hotspots, u.a. am Kurgarten und bei Burger King (Heer­straße), Computerarbeitsplätze findet man in der Stadtbibliothek. Für die Anreise nimmt man den Regionalzug ab Bonn oder ab Remagen. Mit dem Auto fährt man über die A61.

Samstag, 19. Mai 2018

Malta: Britannien am Mittelmeer

London ist wegen der königlichen Heirat des Thronfolgerbruders im Hochzeits­fieber. Ein Grund für einen Snob London aktuell zu meiden, erst recht wenn er nicht zur Hochzeit eingeladen ist (und wahrscheinlich sowieso nicht hingegangen wäre). Zum Glück gibt es aber ein Stück Britannien am Mittelmeer: Malta. Von 1815 bis 1956 war die Insel britische Kolonie, seither Republik und bis heute haben sich etliche britische Gepflogenheiten erhalten. Es gibt sogar einmal im Monat vor dem Militärmuseum einen Wach­wechsel (Changing of the Guard). Man findet auf der Inselgruppe (fast) alles, was man aus London kennt, wenn auch eine Nummer kleiner.
Die historischen Sehenswürdigkeiten der Inseln reichen von antiken Ausgrabungen bis zum ehemaligen Groß­meisterpalast des Malteserordens. Die Zahl der sehenswerten Kirchen wird mit 365 angegeben (leider meist nur zu Gottesdiensten geöffnet), dazu kommen 17 Museen, mehrere Theater und diverse Kinos. Tea Rooms für den Nachmittagstee findet man an jeder Ecke und auch sonst gibt es mehr als genügend gastronomische Angebote. In den letzten Jahre haben erstaunlich viele Barber Shops neu eröffnet und offerieren Hot Towel Wet Shaves nach Londoner Standard (Antonio`s hat sogar einen Billardtisch für wartende Kunden; antoniosbarber.com). Südlich der Hauptstadt Valletta befinden sich eine Pferderennbahn und ein Golfplatz. Westlich außerhalb der Stadt liegt der San Anton Gardens, ein kleiner aber sehenswerter Landschaftsgarten. Natürlich kann man in Malta auch die bekannten Wassersportarten betreiben. Einkaufsmöglichkeiten bietet Valletta auch, allerdings nur wenige Luxusgeschäfte. Die meisten davon befinden sich in der oberen Merchant`s Street und den benachbarten Straßen. Der öffentliche Nahverkehr wird komplett mit Bussen abgewickelt, sodass die Inseln über ein recht dichtes Busnetz verfügen. Zwischen der Alt­stadt von Valletta und den Ortsteilen Sliema und Senglea verkehren Personenfähren. Ab Cirkewwa verkehren Autofähren auf die Inseln Gozo und Comino. Mehr Informationen über Malta gibt es bei visitmalta.com. Hotelzimmer bucht man am besten über die bekannten Buchungsportale.
Die Anreise kann nicht nur mit dem Flugzeug, sondern auch mit der Fähre von Sizilien erfolgen. Mit der Bahn gelangt man mit dem Nachtzug von München nach Rom und von dort mit einem anderen Nachtzug nach Syrakus. Die Fähren nach Malta starten im ca. 65km entfernten Pozzallo. Der Bahnhof Pozzallo liegt etwa 5km vom Hafen entfernt (einige Fährgesellschaften bieten einen Zubringerbus an). Wer mit dem Auto reisen möchte, nimmt am besten einen saisonalen Autozug nach Verona (ab Hamburg, Düsseldorf, Wien) und fährt dann zum Fährhafen Genua (ca. 300km). Von dort geht es mit der Autofähre weiter nach Palermo. Bis zum Fährhafen Pozzallo sind es dann nochmal ca. 300km. Benzin und Diesel sind in Italien recht teuer, daher sollte man möglichst vor der italienischen Grenze und in Malta tanken.

Nachtrag
Wer auf dem Weg nach Malta in Rom Station macht, könnte sich hiermit die Zeit vertreiben:  http://www.globalblue.com/destinations/italy/rome/best-italian-desserts-to-try-in-rome

Donnerstag, 17. Mai 2018

Die Schwäbische Bäderstraße

Die rund 180km lange Schwäbische Bäderstraße (schwaebische-baederstrasse.de) „verbindet“ die Kurorte und Heilbäder Überlingen am Bodensee, Bad Saulgau, Bad Buchau, Bad Schussenried, Aulendorf, Bad Waldsee, Bad Wurzach, Bad Grönenbach und Bad Wörishofen. Ausgeschildert ist sie mit braunen Wegweisern und hat als Symbol einen Kirchturm mit barockem Zwiebeldach mit einer Wasserwelle auf der rechten Seite. Parallel zur Autostraße gibt es auch einen Bäderradweg.
Die Schwäbische Bäderstraße gehört in die Kategorie der Ferienstraßen und dient vornehmlich dem Zweckes des Marketings. Einen praktischen Nutzen hat sie nicht, außer vielleicht, dass eine Ferienstraße die Aufmerksamkeit auf gewisse Orte lenkt, die ein Snob sonst eventuell nicht beachtet hätte. Das wäre hier im positiven Sinne bei Aulendorf, Überlingen und Bad Wörishofen der Fall.
Aulendorf verdankt seine bisherige Bekanntheit vor allem der Eisenbahn; die dortige Heilquelle wurde erst 1994 angebohrt. Überlingen ist zwar als Bodenseeort bekannt, aber dass es seit 2003 auch dort ein Thermalbad gibt, wissen nur wenige. Bad Wörishofen, das vor allem als Wirkungsstätte von Sebastian Kneipp bekannt ist und erst seit 2004 eine Heilquelle hat, hätte ein Snob wahrscheinlich ebenso übersehen. Bad Grönenbach hat jedoch keine Heilquelle und firmiert lediglich als Kneippkurort (Sebastian Kneipp hat in den Jahren 1842 und 1843 im Ort gelebt, allerdings war das bevor er sein Talent als Mediziner entdeckt hatte).
Nichtsdestotrotz handelt es sich bei den meisten Kurorten an der Bäderstraße um durchaus snobtaugliche Heilbäder. Einem Versuch die Schwäbische Bäderstraße mit dem Auto (oder womöglich auch noch mit dem Fahrrad) abzufahren, sollte man jedoch widerstehen. Im übrigen liegen die Orte, die den Kernbereich begrenzen, Bad Saulgau und Bad Wurzach, ohnehin nur etwa 40km auseinander. Das organisiert man besser als Standortrundreise. Überlingen und Bad Wörishofen kann man dann ja separat besuchen.
Mit der Eisenbahn ab Aulendorf erreichbar sind Bad Saulgau, Bad Schussenried und Bad Waldsee. Nach Bad Buchau gelangt man mit dem Bus 272 von Aulendorf und Bad Schussenried und nach Bad Wurzach kommt man von Bad Waldsee mit dem Bus 7554. Die Therme in Überlingen hat eine eigene Bahnstation (Überlingen Therme) an der Strecke Friedrichshafen – Radolfzell und in Bad Wörishofen endet die Bahnlinie aus Augsburg und Türkheim (Bay). Wer darauf besteht in den Kneippkurort Bad Grönenbach zu fahren, kann die Bahn ab Memmingen nehmen. Der Bahnhof liegt jedoch fast 4km vom Hauptort entfernt im Ortsteil Thal.

Mittwoch, 16. Mai 2018

Tanken in Italien

Wer mit dem eigenen Auto nach Italien fährt, merkt schnell, dass die Treibstoffpreise in Italien deutlich höher sind als anderswo. Benzin kostet im Allgemeinen etwa 15 Cent mehr pro Liter als in der BRD und bis zu 30 Cent mehr als in Österreich oder in der Schweiz. Folglich sollte man auf jeden Fall bei der Durchreise in der Schweiz oder in Österreich tanken. Wer sich in Norditalien in Grenznähe zu einem der Nachbarländer (Frankreich, Schweiz, Österreich, Slowenien) bewegt, sollte nach Möglichkeit jenseits der Grenze tanken, wobei die Ersparnis in Frankreich mit etwa 7 Cent pro Liter am geringsten ist. Ein ähnliches Bild ergibt sich bei Diesel, jedoch ist die Ersparnis beim Tanken in Frankreich mit 2 Cent und in der Schweiz mit 4 Cent pro Liter äußerst gering. Österreich und Slowenien sind jedoch auch bei Diesel günstig. Wer kann, legt seine Reiseroute über eine der beiden Zollfreizonen Livigno oder Samnaun, wo Benzin und Diesel unschlagbar preiswert sind. Und wer an der Adria unterwegs ist, sollte einen Tankstopp in San Marino einlegen; dort kosten Benzin und Diesel etwa 10 Cent pro Liter weniger als im umliegenden Italien. Im übrigen sollte man noch wissen, dass in Italien Benzin (ital. Benzina) und Diesel (ital. Gasolio) an den Tankstellen der (meist mautpflichtigen) Autobahnen am teuersten sind, dass man an Selbstbedienungs-Tankautomaten meist ein paar Cent sparen kann (nur Barzahlung, keine Karten) und dass das Mitführen von Benzinkanistern im Auto verboten ist. Des weiteren sei noch auf die saisonalen Autozüge von Düsseldorf und Hamburg nach Verona hingewiesen, die die Anreise erheblich erleichtern. Wer nach Sizilien will, kann die Autofähre Genua – Palermo nehmen, anstatt selbst zu steuern. Man könnte sogar ab Genua mit einer Fähre nach Barcelona weiterreisen.

Dienstag, 15. Mai 2018

Wasserkocher für draußen

Jeder Snob kennt das Problem: Man ist im Gelände unterwegs, es ist Zeit für den Nachmittagstee, aber man findet in der freien Natur natürlich keine passende Teestube. Eine Thermoskanne kommt selbstverständlich nicht infrage, denn der Tee muss auf jeden Fall frisch aufgebrüht sein. Abhilfe schafft hier der irische Kelly Kettle (kellykettle.com). Bei diesem handelt es sich um einen Festbrennstoffkocher der in wenigen Minuten heißes Wasser bereitstellt. Den Brennstoff sammelt man einfach in der näheren Umgebung (kleine Äste, Zweige, Reisig, Tannenzapfen etc.). Wasser kann man eventuell aus einer Quelle nehmen oder man bringt es im Kessel mit. Dann braucht man eigentlich nur noch ein paar Streichhölzer und natürlich Tee (keine Beutel!) und Geschirr. Den Kelly Kettle gibt es aus Edelstahl oder Aluminium und in drei verschiedenen Größen. Ein Konkurrenzprodukt offeriert die Firma Petromax mit ihrer Feuerkanne (petromax-shop.de). Das Funktionsprinzip ist aber dasselbe wie beim Kelly Kettle.

Sonntag, 13. Mai 2018

Der Schwarzwälder Glaswald

Schön ist die Landschaft auf jeden Fall; bedauerlicherweise auch recht beliebt und gut besucht, was einem Snob natürlich weniger gefällt. Dennoch sollte man dem Glaswald zwischen Bad Rippoldsau-Schapbach und Bad Peterstal-Griesbach definitiv einen Besuch abstatten. Es empfiehlt sich aber auf jeden Fall ein Termin in der Nebensaison. Auch warme Sommertage sollte man eher meiden, weil an diesen Tagen naturgemäß Hochbetrieb herrscht.
Mittelpunkt ist natürlich der romantische Glaswaldsee, der fast genau auf halber Luftlinie zwischen Bad Peterstal und Bad Rippoldsau liegt. An seinem Westufer findet man eine Regenschutzhütte, am Ostufer einen kleinen Rastplatz mit einer Bank. Oberhalb des Westufers existiert ein Aussichtspunkt mit einer Picknickbank. Etwa einen Kilometer südlich des Sees entspringt aus dem Juliusbrunnen, einer gefassten und gemauerten Quelle mit einem kleinen Rastplatz, frisches Quellwasser – ideal, um die Wasserflasche nachzufüllen. Einige Kilometer weiter gelangt man zur Freiersberger Hütte, einem Ferienhaus am Hundskopf. Dort findet man gleichermaßen eine Picknickbank, einen Brunnen und einen Wanderparkplatz. Nordwestlich des Sees befindet sich in etwa einem Kilometer Entfernung mit der Lettstädter Hütte eine Regenschutzhütte mit einer Picknickbank. Von dort sind es etwa 3km bis zum Parkplatz Mülbensattel, mit einer weiteren Regenschutzhütte, einer Picknickbank und anderen Bänken sowie dem Miliz-Brunnen. Weniger als drei Kilometer nördlich des Glaswaldsees liegt die sehenswerte Teufelskanzel die einen recht alpinen Charakter aufweist. Etwa 300 Meter östlich davon befindet sich die Blitzhütte mit einer Picknickbank.
Wer den Glaswaldsee mit dem Auto besuchen möchte, kann vom Wolfachtal die Straße nehmen die in „Vor Seebachabzweigt und Richtung Seebach und Glaswald führt. Nach ca. 4km erreicht man den Parkplatz Glaswald. Von dort ist es noch etwa ein Kilometer Fußmarsch zum See.

Samstag, 12. Mai 2018

Kochrezept: Ceviche

Eine Spezialität von der südamerikanischen Pazifikküste und ein ideales Sommergericht. Das folgende Rezept soll vom Privatkoch des ehemaligen peruanischen Staatspräsidenten Alberto Fujimori stammen.
Seefischfilets (z.B. Thunfisch, Lachs) oder andere Meeresfrüchte (Muscheln, Crevetten) in Würfel schneiden und für maximal 15 Minuten in einem Sud aus Limettensaft, Pfeffer, Salz, Koriander und Chili marinieren. Ein paar gehackte Zwiebeln und einen Schuss Mineralwasser hinzugeben. Auf Salatblättern anrichten und mit Mais und Süßkartoffeln als Beilage servieren.

Freitag, 11. Mai 2018

Milano Spa

Mailand ist eine lebendige Stadt. Daher gestaltet sich die Suche nach einem ruhigen Rückzugsort schwierig. Einen solchen kann jedoch das Ceresio 7 Gym & Spa – in der gleichnamigen Straße - bieten (ceresio7gym-spa.com/spa). Eigentlich ist es ja ein Fitnesscenter von der Art, in welcher man gemeinsam transpiriert und damit hat es natürlich keinen Snob-Appeal. Der Spa-Bereich wäre jedoch unter gewissen Bedingungen brauchbar. Die Spezialität des Hauses dort sind Meerwasserkuren mit Salzwasser, Algen oder Meeresschlick. Natürlich kann das Ceresio 7 keine vollwertige Behandlung wie in einem küstennahen Thalasso-Seebad offerieren. Für eine kurze Auszeit, um der Hektik der Großstadt zu entfliehen, sollte es jedoch reichen.

Dienstag, 8. Mai 2018

Bad Rippoldsau–Schapbach

Einst war der auf 500m ü.M. befindliche Ort Bad Rippoldsau im Wolfachtal das höchstgelegene Mineral- und Moorbad des Schwarzwaldes. Nachdem die Kurklinik jedoch im Jahre 2011 wegen drohender Insolvenz ihre Pforten schloss und 2017 das gesamte bewegliche Inventar versteigert wurde, liegen die Hoffnungen jetzt auf einem chinesischen Investor, der das Klinikgebäude aus dem Jahre 1977 aufkaufen und als Luxushotel neu eröffnen will. Bis dahin müssen sich die Feriengäste mit der schönen Landschaft und dem Freibad im Ortsteil Schapbach der Gemeinde Bad Rippoldsau-Schapbach begnügen. Nach der (vorübergehenden) Einstellung des Kurbetriebes haben einige Hotels sowas wie einen eigenen Kurbetrieb eröffnet; unter ihnen ist der südlich von Schapbach gelegene Ochsenwirtshof (ochsenwirtshof.de), der neben hauseigenem Hallenbad, Sauna und Liegewiese diverse Massagen und ein Wassertretbecken offeriert. Sehenswert sind in der Umgebung auf jeden Fall die Wallfahrtskirche Mater Dolorosa, der Glaswaldsee, der bis zu 32 Meter hohe Burgbachwasserfall und der Wolf- und Bärenpark (bad-rippoldsau-schapbach.de). Im übrigen ist die Gegend ein hervorragendes Wandergebiet mit zahlreichen für Picknicks geeigneten Plätzen.
Die Anreise nach Bad Rippoldsau-Schapbach erfolgt mit dem Bus 7266 ab Wolfach im Kinzigtal. Bis Wolfach verkehren Regionalzüge von Offenburg an der Bahnstrecke Karlsruhe – Basel. Die Postfiliale in Schapbach und der DHL-Shop in Bad Rippoldsau nehmen Reisegepäck an. Vom Vermieter erhalten Gäste einen kostenlosen Fahrausweis für den öffentlichen Nahverkehr; die obligatorische Kurtaxe beträgt derzeit € 1.70. Mit dem Auto fährt man von Freudenstadt kommend über die L404. Von der A5 fährt man ab Appenweier über die B28 bis Bad Peterstal-Griesbach und dann über die L93.

Nachtrag: 
Den im Ortsteil Burgbach befindlichen Burgbachwasserfall sollte man unbedingt ansehen. Das Auto parkt man am besten an der Hauptstraße auf dem Wanderparkplatz. Dort gibt es auch eine Bushaltestelle. Ab da sind es nur ca. 700m bis zum Wasserfall. Oberhalb des Wasserfalls befindet sich der ebenfalls besuchenswerte Burgbachfelsen, mit einem Aussichtspunkt, einer Regenschutzhütte und einer Picknickbank (weitere Bänke in der Umgebung).

Montag, 7. Mai 2018

Bad Peterstal-Griesbach

Gleich zwei Kurorte nebeneinander findet man eher selten. Im Renchtal im Schwarzwald sind es die beiden Heilbäder Bad Peterstal und Bad Griesbach die seit 1973 eine gemeinsame Gemeinde bilden (bad-peterstal-griesbach.de). Badebetrieb in den beiden Sauerbrunnen-Mineralquellen gibt es seit dem 16. Jahrhundert (siehe auch schwarzwald-sprudel.de), jedoch findet man zwei sehr ruhige und von jeder Hektik verschonte Kurorte mit extrem eingeschränktem Nachtleben vor. Wer also Ruhe sucht, ist hier genau richtig. Erstes Haus am Platze für jede Art von Kurbehandlung ist die Schlüsselbad Klinik (schluesselbad-klinik.de), in welcher einst der russische Zar gekurt haben soll. Aber auch einige Hotels bietet Kurbehandlungen an. Vor allem das Dollenberg Schwarzwald Resort öffnet seinen Badebereich auch für Tagesgäste (dollenberg.de). Gastronomie ist im Doppelort ebenfalls vorhanden; es gibt im Dollenberg Resort sogar ein Zwei-Sterne-Restaurant und in Peterstal das Café Räpple, das sich hervorragend für den Nachmittagstee oder -kaffee eignet (Spezialität: Schwarzwälder Kirschtorte; was auch sonst!). Zum Einkaufen existieren ein Supermarkt (nahundgut-müller.de) mit Hermes-Reisegepäckannahme und eine Bäckerei in Griesbach, mehrere Geschäfte und Dienstleister (darunter ein Supermarkt und ein DHL-Laden mit Reisegepäckservice) in Peterstal und diverse Direktvermarkter in der Umgebung (Einkauf ab Hof). Da der Doppelort inmitten eines hervorragenden Wandergebietes liegt, bietet sich Wandern als Aktivität geradezu an, aber auch der Kräuterpark des Kurhauses ist für Spaziergänge geeignet. Für Schlechtwettertage empfehlen sich Besuche im Moped- und Rollermuseum oder im Museum der Heilbadgeschichte. Einen Internetzugang gibt es in der Touristeninformation.
Die Anreise ist mit der Eisenbahn möglich, denn Bad Griesbach ist die Endstation der Renchtalbahn und bietet zweistündliche Verbindungen nach Appenweier an der Bahnstrecke Basel – Karlsruhe (Fahrzeit ca. 50min.). Vom Vermieter erhalten Gäste einen kostenlosen Fahrausweis für den öffentlichen Nahverkehr; die obligatorische Kurtaxe beträgt derzeit € 1.90. Mit dem Auto gelangt man über die A5 bis Appenweier und dann der B28 folgend nach Bad Peterstal-Griesbach. Alternativ wäre die Anreise von der A81 via Horb am Neckar, Freudenstadt und Kniebis möglich.

Dienstag, 1. Mai 2018

Montenegro

Weitgehend unbemerkt vom Rest der Welt bauen ausländische Investoren den Kleinstaat an der Adria zu einem Tummelplatz für Reiche und Neureiche aus. Vor allem die neue Luxusmarina Porto Montenegro sticht dabei ins Auge (portomontenegro.com). In der sturmgeschützten Bucht von Kotor gelegen, entsteht dort ein nobles Feriendorf mit Marina für Großyachten, Yachtclub, Ferienwohnungen, Luxusgeschäften (sogar mit zollfreiem Einkauf!), Nobelrestaurants, einer repräsentativen Uferpromenade und einer Privatschule. Selbst ein „Lifestyle Management Team“ gibt es. Eine weitere Top-Adresse für Geldadlige ist die etwa 30km weiter südlich gelegene Insel Sveti Stefan, mit einem malerischen Fischerdorf, das schon in den 1950er Jahren zu einem Feriendorf umgestaltet wurde. Seit 2007 wird die Insel von einer Hotelkette aus Singapur zu einer Luxusdestination hin entwickelt. Auf halbem Weg zwischen Kotor und Sveti Stefan liegt bei Budva der Strand von Mogren, der ehemalige Privatstrand des montenegrinischen Königs und heute ein öffentliches Strandbad (das Königreich hat nebenbei bemerkt nur von 1910 bis 1918 bestanden; das Fürstentum Montenegro gab es allerdings schon seit 1852 und dieses löste das seit 1516 bestehende Fürstbistum ab). Auch hier sollen ausländische Investoren die Hände im Spiel haben. 
Es steht zu befürchten, dass sich Montenegro in dieselbe Richtung entwickelt wie z.B. Porto Cervo auf Sardinien oder Courchevel in den französischen Alpen, nämlich, dass eine Retorten-Feriendestination entsteht, in der die Reichen und Neureichen ungestört in einer Art Scheinwelt ihren Urlaubsfreunden nachgehen können, ohne von der sie umgebenden, historisch gewachsenen Realität gestört zu werden. Für Snobs kommt so etwas natürlich nicht infrage, denn derartige Planstädte haben keinen Snobappeal. 
Wer aber noch einmal an die montenegrinische Küste reisen will bevor diese unheilvolle Entwicklung spürbar wird, könnte für die Anreise eine Fähre vom italienischen Ancona nach Bar nehmen. Mit der Eisenbahn ist Montenegro nur über die zugegebenermaßen sehenswerte Bahnstrecke ab Belgrad oder von Albanien aus zu erreichen. Flughäfen findet man in Kotor und in Podgorica.