Freitag, 26. Januar 2018

Bangkok für Snobs

Reisen hat im Zeitalter des Massentourismus seine Exklusivität ver­lo­ren und gerade in Fernost ist die alte Ele­ganz der älte­ren Kulturen einem neureichen Stre­ber­tum nach Profit gewichen. Erkennen kann man das u.a. an den überbordenden Umweltproblemen asiatischer Metropolen. Selten verlässt ein Snob deshalb Europa. Wenn es aber ein Land gibt, in welchem sich trotz Massentourismus und Profitstreben wider Erwarten noch ein Rest von alter Kultur und Eleganz gehalten hat, dann ist es das Königreich Thailand. Das Land wurde in seiner Geschichte nie kolonialisiert und hat es daher geschafft seine Kultur weitgehend zu bewahren. Gleichzeitig hat es aber – jenseits der Touristen­ströme - eine erstaunliche Neigung zu einem geradezu britischen Lebensstil entwickelt, was man auch an den vielen Briten erkennt, die in Bangkok leben. Diese Entwicklung ist dem Snobismus durchaus förderlich. Wenn es also einen Snob nach einer außer­europäi­schen Reiseerfahrung ge­lüstet, dann wäre Bangkok trotz diverser Nachteile keine schlechte Wahl.
Stadtführer für Bangkok gibt es viele, daher sollen hier nur die wichtigsten Punkte angesprochen werden. Wegen des hohen Verkehrsaufkommens auf den Straßen empfiehlt es sich auf Taxifahrten zu verzichten. Taxifahrer versuchen überdies gerne den Touristen höhere Preise in Rech­nung zu stellen als üblich. Stattdessen nimmt man die Metro, den Skytrain (Hochbahn) oder die Linienboote auf dem Chao Phraya Fluss. Zum Flughafen gelangt man mit den Zügen des Airport Rail Link (Fahr­zeit ca. 15min, ca. € 2.50). Ein Hotel bucht man am besten über booking.com oder ein anderes Buchungsportal. Zum preiswerten Speisen suche man sich eine der zahlreichen Straßenküchen aus (es gibt sogar welche mit Michelin-Stern). In Bangkok befinden sich ca. 400 sehenswerte Tempel, die wichtigsten sind Wat Phra Kaeo, Wat Pho und Wat Arun. Viele bedeutende Sehenswürdigkeiten liegen in Rattanakosin, dem historischen Zentrum der Stadt. Dort befindet sich ebenfalls das National Museum.
Ein Panoramablick über Bangkok bietet sich vom Bayoke II Tower aus. Der Hochhausturm mit Büros, Restaurants und einem Hotel ist 343 Meter hoch und befindet sich nahe der Phetchaburi und Ratchaprarop Soi. Gläserne Fahrstühle bringen Besucher zur rotierenden Aussichtsplattform im 85. Stockwerk. Man kann aber auch schon auf einer verglasten Ebene im 77. Stock aus­steigen. Dort gibt es ein Restaurant. Die Fahrt kostet umgerechnet etwa € 4 und beinhaltet ein Frei­getränk in der Sky Bar im 84. Stock. Eine andere Rooftopbar befindet sich im State Tower, dem zweithöchsten Gebäude der Stadt, im 64. Stockwerk. Den Nachmittagstee kann man hervorragend im Erawan Tea Room im Grand Hyatt Erawan Hotel genießen (bangkok.grand.hyatt.com). Neben traditionellen britischen Backwaren gibt es auch ein­heimische Teebeilagen.
Einkaufsmöglichkeiten findet man in Bangkok zu genüge. Renommierte Marken erhält man in den Geschäften entlang der Straße Sukhumvit Soi. Empfehlenswert ist ebenso ein Besuch des Einkaufs­zentrums „The Emporium“; auch dort werden hochwertige Markenwaren verkauft. Hermès Filialen befinden sich am Flughafen, in der The Siam Paragon Shopping Mall, Rama I Soi und im Ein­kaufs­zen­trum Central Embassy, 1031 Ploenchit Soi. Günstig kauft man in Bangkok außerdem Edel­stei­ne, v.a. Saphire und Rubine. Den besten Goldschmuck findet man in Chinatown. Auf den zahl­rei­chen Märk­ten der Stadt darf man auf keinen Fall das Handeln ver­gessen. Im übrigen ist Bangkok bekannt für seine zahlreichen Maßschneidereien, die oft von Indern betrie­ben werden. Man sollte hier aber nicht gerade den billigsten auswählen. Als bester Schneider der Stadt gilt Narin; sein Atelier be­fin­det sich auf der Sukhumvit Soi und es heißt, dass er Regierungs­chefs, Bot­schaf­ter und Holly­wood­stars beliefert (narin-couture.com). Jim's Collection steht dem je­doch nicht nach; vor allem ist der Betrieb des indischstämmigen Inhabers Jim für erstklassige Hem­den be­kannt, auch wenn diese et­was teurer sind als anderswo (jimscollection.com). Hand­ge­fer­tig­te Leder­schuhe erhält man u.a. bei Siam Leather Goods im River Shopping Complex (siamleathergoods.com).
Zollfrei einkaufen kann man in den sog. Thailand Duty Free Shops. Dort eingekaufte Waren werden am Abflugtag zum TDFS Pick Up Point auf den Flughafen Bangkok gebracht und stehen dort zur Abholung bereit. Wer in einem der TDFS einkauft, muss seinen Pass und ein gültiges Flugticket vor­legen sowie seinen Einkauf mindestens zwölf Stunden vor Abflug tätigen. Sämtliche Waren, die in den Thailand Duty Free Shops angeboten werden, sind zoll-, steuer- und mehrwertsteuerfrei. Der größte TDFS befindet sich im 7. Stock des Einkaufszentrums Central World an der Ratcha­damri Soi. Dort gibt es unter anderem Spirituosen, Zigarren, Parfums, Kosmetika und Uhren inter­national bekannter Marken. Geöffnet ist täglich von 10 bis 21 Uhr.
Einen erstklassigen Hot Towel Wet Shave erhält man in den beiden örtlichen Filialen von Truefitt & Hill, 1031 Ploenchit Soi in Pathum Wan (Nähe brit. Botschaft) und im The Empo­rium Shopping Com­plex, 622 Sukhumvit Soi in Khlong Teoy, die nur etwa drei Kilometer aus­ein­an­derliegen (truefitt andhillthailand.com). Wer einen ungewöhnlichen Swimmingpool besuchen möchte, könnte das Okura Prestige Hotel auf­suchen (okurabangkok.com). Vom Außenpool im 25. Stock hat man eine hervorragende Aussicht auf die Stadt. Um den Pool zu besuchen, muss man nicht im Hotel wohnen.
Im übrigen sollte man noch wissen, dass in ganz Thailand bei Bargeld-Abhebungen an Geldautoma­ten in der Regel Gebühren in Höhe von etwa € 4,60 erhoben werden. Die Automaten akzeptieren alle gängigen Plastikkarten.
Auf einer Fernstrecke wie der nach Bangkok gibt es praktisch keine Alternative zum Flugzeug und eine Mitfluggelegenheit dürfte schwer zu finden sein. Daher muss auch der Snob wohl oder übel einen Linienflug wählen. Die Anreise erfolgt dann optimalerweise mit Norwegian via Oslo. Mit einem Premium-Ticket für Lang­strecken erhält man an Bord ein dreigängiges Menü, zu dem Wein serviert wird und das mit Kaffee und Likör oder Cognac abgeschlossen wird. Vor dem Flug kann man außer­dem eine Lounge be­su­chen. In Oslo wäre das die allgemeine Lounge auf der 2. Etage, über dem internationalen Ab­flug­be­reich, in Bangkok die KLM and Air France Lounge im Terminal 2, Concourse D, 3. Etage. Auf dem Bang­koker Flughafen Suvarnabhumi gibt es überdies vier unab­hän­gi­ge Lounges im internationalen Abflugbereich: Die Miracle First Class Lounges, zweimal auf Level 3 East & West und je einmal gegenüber Gate D6 und D2 West (Bu­chun­gen via loungepass.com).
Bei der Einreise müssen am Flug­hafen Bangkok vor Entgegennahme des Gepäcks zunächst die Ein­reiseformalitäten an den Immigration-Schal­tern erledigt werden. Vorzulegen sind der Reisepass, das Visum (so­fern benö­tigt) und die ausgefüllten Arrival- und Departure-Cards (werden meist an Bord der Flug­zeuge ver­teilt). An die Schalter darf nur einzeln herangetreten werden. Brillen und Kopf­be­deckun­gen sind abzunehmen. Jeder Einreisende wird mit einer Webcam fotografiert.

Nachtrag
Taxifahren in Bangkok: 
http://der-farang.com/de/pages/taxifahren-in-bangkok-wird-teurer-jetzt-grundpreis-von-einem-euro

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